| Geschrieben von: Administrator | ||||||
Seite 2 von 3
Rundflug
Rundflug
Sobald das langsame Schweben im Kreis einigermaßen sicher klappt, kann man die Geschwindigkeit langsam erhöhen und kommt damit automatisch in den Vorwärtsflug. Dabei ändert sich das Gefühl an den Steuerknüppeln etwas. Man steuert die Geschwindigkeit mit dem Nick. Die Flughöhe steuert man mit dem Pitch. Die Kombination aus Pitch und Nick ergibt die Geschwindigkeit bei konstanter Höhe. Dieses Steuerverhalten ist etwas anders als beim Schwebeflug und muß daher neu erlernt werden. Beim Fliegen im Kreis mußte ich schmerzlich feststellen, daß es einige für Anfänger kritische Flugphasen gibt. Dazu zählt vor allem das Zufliegen auf den Piloten. Glaubt man dem Heli-Buch von Schlüter (dem Vater des Modellhelicopters) sollte man dies ohnehin vermeiden. Aber ich will den Hubi doch in jeder Lage unter Kontrolle haben und öfters steht der Hubi nun mal in diese Richtung. Also, hier hilft kein Drücken oder Ausreden auf irgendwelche Bücher sondern nur Übung. Das Problem ist, daß man die Neigung der Nase nicht erkennen kann. Daher steuert man entweder die Nase zu tief (der Hubi beschleunigt sehr schnell) oder zu hoch (der Hubi bäumt sich auf). Wird der Hubi schnell, so kann man durch vorsichtiges Ziehen diese Situation beenden und abbremsen. Bäumt er sich aber auf, so ist höchste Gefahr im Verzug ! Wenn man es überhaupt rechtzeitig erkennt, so muß man sofort drücken und Fahrt aufnehmen. Ansonsten bleibt er in der Luft stehen und kann leicht kippen. Zumindest geht er aber in den Schwebeflug über. Sofern man das Nasenschweben beherrscht sollte das kein Problem sein. Irrtum ! Das große Problem ist, daß man nicht merkt, daß er im Schwebeflug ist. Daher steuert man so wie im Rundflug, was aber jetzt falsch ist. Eine teuflische Sache bei der ich schon 3 saubere Crashs gebaut habe. Es kann sogar passieren, daß er in dieser Situation rückwärts fliegt was alles nur noch schlimmer macht. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen habe ich mir einige Vorsätze gemacht:
Landeanflug
Wie landet jemand der gerade das Schweben in größerer Höhe gelernt hat ? Ich habs so wie die meisten gemacht: Der Hubi wird aus großer Höhe 'runtergezittert'. Man reduziert den Pitch und läßt ihn gerade heruntersinken. Dabei macht er fürchterliche Geräusche wenn er in seinen Abwind fällt und wird ganz schlecht steuerbar. Wenn er endlich herunten ist muß man sich den Angstschweiß von der Stirn wischen. Nun wirds also endlich Zeit den Hubi mal vernünftig zu landen. Man lernt das eigentlich ganz automatisch im Rundflug und es geht ohne besondere Anstrengungen. Der Hubi fliegt mit mittlerer Geschwindigkeit. Man reduziert den Pitch ziemlich weit. 0 Grad oder weniger sollten es schon sein damit er herunter kommt. Jetzt wird er deutlich zu sinken beginnen. Jetzt aber unbedingt auf den Nick achten ! Der Hubi muß immer seine Vorwärtsfahrt beibehalten. Dazu wird man evt. den Nick drücken müssen damit die Nase nicht zu hoch kommt. Wenn man das vergißt kann der Hubi seine Vorwärtsbewegung stoppen und in den Schwebeflug gehen. Dann aber bitte schnell Gasgeben sonst sackt er durch. Bei ordentlicher Steuerung des Nick kann man einen ganz sanften Sinkflug durchführen. Etwa 1 bis 2m über Grund zieht man den Nick, bremst die Fahrt ab und geht in den Schwebeflug; natürlich jetzt mehr Pitch/Gas geben. Dann kann man problemlos landen. Diese ganze Sache habe ich als das bisher einfachste am Hubifliegen gefunden. Es hat ohne besondere Anstrengung geklappt. Man braucht nur etwas Übung um ihn möglichst vor dem Piloten abzusetzen. Was besonderen Spaß macht ist, wenn man die Drehzahl beim Landeanflug ziemlich reduziert (geringe Gasvorwahl, siehe Pitch/Gas). Macht man so einen Sinkflug mit relativ hoher Geschwindigkeit so beginnen die Rotorblätter laut zu knattern. Ein echtes Helicopter-Gefühl.
Autorotation
Wie jeder weiß dient die Autorotation zum sanften Landen ohne Motorkraft. Anfangs konnte ich mir nicht so recht vorstellen, daß das wirklich funktionieren soll. Die erste Erleuchtung bekommt man beim Üben des Landeanflugs. Wenn man einen recht schnellen Landanflug macht so wundert man sich anfangs wie wenig positiver Pitch zum Abfangen des Hubis benötigt wird. Der einzige größere Unterschied zum Landeanflug ist die fehlende Motorkraft. Um ein erstes Gefühl für die Autorotation zu bekommen habe ich die Gasvorwahl auf 0 gestellt. Wenn ich den Pitchknüppel jetzt auf Minimum stelle so habe ich -2 Grad Pitch und der Motor ist aus. Beim Abfangen habe ich dann sofort wieder den Motor zur Verfügung. Das beruhigt ungemein. Also habe ich in einiger Entfernung Vorwärtsfahrt aufgenommen und dann den Pitchknüppel auf Minimum gestellt. Der Motor war sofort aus (ein komisches Gefühl !). Mit dem Nick habe ich dann (wie beim Landeanflug) darauf geachtet, daß die Vorwärtsfahrt konstant bleibt und der Hubi nicht zu langsam wird. Der Sinkflug hatte etwa 45 Grad Winkel. Das scheint mir etwas steil. Ich werde später mehr Pitch als -2 Grad verwenden. Angeblich soll es mit 35 Grad Sinkflugwinkel auch gehen. Das Heck hat überhaupt nicht weggedreht sondern blieb sauber stehen. In etwa 1m über dem Boden habe ich leicht Pitch gegeben und den Hubi abgefangen. Der Motor hat wieder zu drehen begonnen, aber die Bremswirkung der Rotorblätter war so enorm, daß es wahrscheinlich auch ohne Motor problemlos geht, aber damit warte ich noch etwas. Diese Übung mache ich jetzt öfters bis ich ein gutes Gefühl habe. Ich habe den Eindruck, daß der ganze 'Trick' bei dieser Sache die Vorwärtsfahrt ist. Je schöner der Hubi gleitet umso leichter ist er auch abzufangen. Der nächste Schritt war ein Autorotationsanflug beginnend in ca. 40m Höhe bis ca. 0,5m Höhe über dem Boden. In 40m Höhe habe ich also den Motor abgeschaltet und voll negativen Pitch gegeben. Der Eco fiel ca. 10m sehr stark durch. Nur durch kräftiges Nick drücken konnte ich einen Vorwärtsflug erreichen. Dann aber hörte man wie die Blätter beschleunigten und der Hubi ging von selbst in einen flacheren Sinkflug über. Jetzt konnte ich etwas Nick zurücknehmen. Der Heckrotor stand völlig still. Trotzdem war der Hubi mit Roll noch voll steuerbar und ich konnte ihn in meine Nähe dirigieren. Bei ca. 0,5m Höhe gab ich viel Pitch. Der Hubi stoppte abrupt mit lautem Knattern der Blätter und stieg sofort hoch. Offensichtlich braucht man nicht sehr viel positiven Pitch um ihn abzufangen. Beim nächsten Mal gab ich nur wenig Pitch und konnte ihn relativ weich abfangen. Am 29.11.98 war es dann soweit. Zuerst kommt aber noch die Programmierung der Autorotation im Sender. Hierzu sind folgende Einstellungen zu machen (bezogen auf die MC-20): * Einen Schalter als Autorotationsschalter definieren (Code 23)
Durch die vielen Übungen voller Selbstsicherheit flog ich also in ca. 40m Höhe und schaltete den Autorotationsschalter um. Hier folgt das erste mentale Problem: Trotz aller Vorbereitung war ich durch die Aufregung kurzzeitig wie gelähmt und stellte den Pitch erst nach einer Schrecksekunde auf Minimum. Das kostet wertvolle Höhe und Drehzahl. Wenn der Hubi dann sinkt hört man deutlich wie die Blätter beschleunigen. Die Drehzahl dürfte weit über der normalen Flugdrehzahl liegen. Kurz über dem Boden dann das nächste Problem: Wieviel Pitch gibt man zum abfangen ? Ich gab natürlich zuviel und stoppte den Sinkflug. Panik ! Schnell Pitch wieder raus und es geht wieder abwärts. So habe ich die erste Landung erfolgreich hingezittert.
Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Landeversuchen hatte ich aber wenigstens keine weichen Knie mehr. Die nächsten Übungen könnten daher vielleicht genauso erfolgreich verlaufen wie der erste Versuch. Den Durchbruch schaffte ich eher zufällig. Ich montierte die originalen vollsymmetrischen Eco-Holzblätter und plötzlich ging alles viel einfacher. Der Hubi ließ sich problemlos am Himmel herumsteuern. Sogar eine Autorotationslandung in Nasenposition habe ich machen können. Das Abfangen war kraftvoll und die Landungen erfolgten sehr sanft. Es war genug Energie in den Blättern um auch kleine Fehler korrigieren zu können. Als Hauptunterschiede bei den Blättern habe ich folgendes festgestellt : GFK-Blätter S-Schlag:
Holzblätter vollsymmetrisch:
einfacher Kunstflug
Hier folgen meine Notizen zum Kunstflug. Die Seite beginnt sehr einfach und wird mit fortschreitenden Kenntnissen vervollständigt. Alle diese Übungen habe ich mit Heading-Lock Gyros (z.B. 401 von Futaba) gemacht. Die Hecksteuerung im Kunstflug ist eine Kunst für sich und sollte besser dem Kreisel überlassen werden. unter einfachem Kunstflug verstehe ich großräumige Figuren,die üblicherweise auch mit Flächenmodellen geflogen werden. Alles beginnt mit dem Überschlag (den kann das Flächenmodell - in der Regel - nicht).
Überschläge
Diese Übung sollte zu schaffen sein, wenn der Rundflug und das normale Schweben in allen Lagen kein Problem mehr ist. Der Hubi und der Sender wird für Kunstflug eingestellt, also viel negativer Pitch und evt. 0 Pitch in Knüppelmittelstellung. Beim ECO-8 habe ich -9 bis +9 Grad eingestellt, ein Wert bei dem der Motor noch problemlos die Drehzahl halten kann. Der Überschlag war wirklich eine sehr einfache Übung, wie mir auch schon von anderen bestätigt wurde. Man fliegt in großer Höhe und zieht voll Nick. Der Hubi stellt sich auf und kippt auf den Rücken. Jetzt wird voll negativer Pitch gegeben. Das darf man keinesfalls vergessen, sonst könnte er stark durchsacken und in gefährliche Bodennähe kommen ! Man hält den Nick weiterhin voll gezogen. Der Hubi dreht sich weiter und kommt wieder in Normallage. Jetzt wieder positiven Pitch geben ! Ich habe gemerkt, dass bei einem Überschlag keine besondere Koordinierung der Steuerung erforderlich ist. Einfach brutal Nick ziehen und am Rücken negativ. Pitch geben und abwarten bis der Hubi wieder in Normallage ist. Bei schlecht eingestellten Hubis kann es vorkommen, dass er zuerst die Nase hochnimmt aber dann Probleme hat weiterzudrehen. In diesem Fall kann man nicht genug Nick geben und muss die Gestänge, Servohebel oder Programmierung ändern um mehr Nick- und Rollausschläge zu erhalten. Das gleiche kann man natürlich auch mit Roll machen. Dann kippt er eben seitwärts um. Der Überschlag stellt keine besonderen Anforderungen und sollte von jedem mittelmäßigen Piloten zu schaffen sein. Wichtig ist nur die große Sicherheitshöhe, da die ersten Versuche meist mit ziemlichem Höhenverlust enden.
Achtung: Es ist äußerst verwirrend, wenn der Hubi bei solchen Versuchen plötzlich rückwärts fliegt oder mit dem Heck voraus hinunterfällt. Ein Verlust der Kontrolle und Absturz ist sehr wahrscheinlich ! Daher habe ich einen einfachen Trick verwendet um solche Situationen zu vermeiden: Looping
Wenn der Überschlag kein Kniezittern mehr verursacht, kann man einen Looping wagen. Der Looping stellt allerdings wesentlich höhere Anforderungen an Maschine und Pilot und erfordert eine genaue Koordinierung der Steuerung. Im Prinzip sollte es so gehen: Man nimmt soviel Vorwärtsfahrt wie möglich auf. Dann zieht man Nick und nimmt die Nase hoch. Wenn der Hubi senkrecht hinauf steigt, Pitch auf 0 Grad reduzieren. Wenn er auf dem Rücken liegt, wenig negativen Pitch geben, gerade soviel, dass er nicht durchsackt. Dann im Sturzflug wieder zu positivem Pitch erhöhen und wieder in den Normalflug gehen. Soviel zur Theorie. In der Praxis ist der richtige Zeitpunkt für den Pitch entscheidend. Denn nur ein gut dosierter Pitch lässt den Looping auch Rund werden. Wenn der Looping beendet wird, brauche ich in der Regel relativ viel positiven Pitch damit der Hubi nicht durchsackt. Nach längerer Übung werden die Loopings mehr und mehr rund. Das ganze hängt auch vom Hubi ab, denn ausreichend Vorwärtsfahrt ist auf jeden Fall notwendig. Mit dem Schweizer habe ich z.B. zuwenig Vorwärtsfahrt und er bleibt in Rückenlage schon fast stehen. Der zweite Teil des Loopings sieht daher eher wie ein Überschlag aus. Vorsicht ist geboten wenn man nach einem dreiviertel Looping mit der Nase senkrecht nach unten schaut. Spätestens dann sollte man ausreichend bis maximal positiven Pitch geben. Kleinere, leistungsschwächere Hubis brauchen hier sehr viel positiv-Pitch sonst sacken sie weit durch. Kräftige 60er Methanoler brauchen hingegen nur wenig. Rolle
ja ja, die Rolle. Das Ding hat mich vielleicht gefuchst ! Für viele ist die Rolle leichter als der Looping, für mich war sie ziemlich schwierig, zumindest wenn sie einigermaßen sauber aussehen soll. Also wie geht die Rolle überhaupt: Viel Vorwärtsfahrt, je mehr desto besser, man kann wirklich nicht schnell genug sein (hängt natürlich auch vom Hubi ab). Dann kräftig Roll steuern und schon rollt der Hubi auf den Rücken. Dabei natürlich nicht vergessen etwas negativen Pitch zu geben, damit der Hubi am Rücken keine Höhe verliert. Weiter Roll halten und warten bis er wieder in Normalfluglage geht. Dabei natürlich wieder positiv Pitch geben. Die Rolle hat einige Schwierigkeiten, die sie zu einer anspruchsvollen Figur machen:
Den Punkt 1 mit dem Pitch hat man bald gelernt. Nach ein paar Versuchen findet man den richtigen Rhythmus für den Pitchknüppel. Punkt 2 ist eine Sache des Kreisels. Je besser er funktioniert umso leichter geht es. Problematisch ist es vor allem bei knapp motorisierten Hubis, wie z.B. kleinen E-Helis. Hier kann ein Einbrechen der Rotordrehzahl zum Wegdrehen des Hecks führen. Mir ist allerdings aufgefallen, dass man manchmal unbewusst Heck zusteuert und sich dann wundert warum es wegdreht. In diesem Fall hilft ein Pilot der einem beim Fliegen auf die Finger schaut. Punkt 3 war bei mir die große Hürde. Vor allem ist die Notwendigkeit Nick zuzusteuern sehr stark vom Hubi abhängig.
Hat man das Koordinieren aller Steuerfunktionen aber erstmal geschafft, so kann man die Kollegen am Flugplatz sehr verblüffen wenn man einen kleinen ECO-8 sauber durch eine Rolle steuert. Nach längerer Zeit kommt dann die Routine und man kann Rollen auch langsamer fliegen, gute Piloten können es bei fast jeder beliebigen Geschwindigkeit. Da die meisten Piloten Rollen vor dem Rückenflug üben, braucht man einen Notausgang um den Hubi wieder in die gewohnte Normallage zu bringen. Wie auch bei den anderen Figuren eignet sich dazu das Nick-Drücken besonders gut. Dadurch fliegt man einen halben Aufwärtslooping, gewinnt Sicherheitshöhe und Zeit um den Hubi wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich will davor warnen, einen am Rücken liegenden Hubi durch Ziehen des Nick und einen halben Abwärtslooping umzudrehen zu versuchen. Die meisten Hubis brauchen dafür enorm viel Energie und haben deutlichen Höhenverlust. Wenn dann noch die Rotordrehzahl einbricht, ist ein Crash fast unvermeidbar. Selbst 20 oder 30 Meter an Höhe sind dabei schnell verloren; das gilt vor allem für kleine E-Helis oder wenn man mit relativ niedrigen (kleiner 1500 U/min) Kunstflugdrehzahlen fliegt.
|
||||||
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 16. Juli 2009 um 21:19 Uhr |